Synagoge Odenheim

Vorwort

Dieser Artikel stammt von Joachim Hahn mailbox@alemannia-judaica.de und ist im original unter www.alemannia-judaica.de/odenheim_synagoge.htm zu finden.

Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Hahn für die Erlaubniss den Artikel auf odenheim.de zu veröffentlichen.

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Stift Odenheim gehörenden gleichnamigen Ort bestand eine jüdische Gemeinde bis zu ihrer Auflösung am 1.4.1937 (CV-Zeitung 1.4.1937). Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1691 zwei Juden am Ort genannt; 1762 waren es zehn Familien. 1827 wurde die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Bruchsal zugeteilt. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1864 mit 156 Personen erreicht. Seit den 1870er-Jahren ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück (1900 72, 1925 36 Personen). Die jüdischen Familien verdienten ihren Lebensunterhalt zunächst vor allem als Viehhändler. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gab es Zigarrenfabriken jüdischer Unternehmer und mehrere Metzgereien. Um 1933 gehörte jüdischen Familien noch eine Kohlen- und Schuhhandlung, zwei Manufakturwarengeschäfte und eine Geschirrhandlung. Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Odenheim wohnhaften 20 jüdischen Personen mindestens acht ums Leben.

Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge

Bereits im 18. Jahrhundert hatten die (1762 zehn) jüdischen Familien sicher einen Betsaal eingerichtet. Im 19. Jahrhundert konnte eine Synagoge in der ehemaligen Klosterkirche in der Klostergasse eingerichtet werden. Über die Geschichte dieser ehemaligen Klosterkirche während der Zeit als Synagoge ist auf Grund der wenigen vorliegenden Quellen nicht mehr viel bekannt. Bereits in den 1920er-Jahren war es für die klein gewordene Gemeinde immer schwieriger, die zu den Gottesdiensten notwendige Zehnzahl der Männer zusammen zu bekommen. Nachdem die Klosterkirche spätestens nach Auflösung der jüdischen Gemeinde Anfang 1937 nicht mehr genutzt wurde, ist sie auf Grund ihres baufälligen Zustandes 1940 abgerissen worden.

1988 wurde auf dem Grundstück Untere Klostergasse 20 ein Gedenkstein zur Erinnerung an die ehemalige Synagoge aufgestellt.

Bilder heute

Alle Fotos: (c) Joachim Hahn, Aufnahmedatum 18.11.2004

Standort Synagoge - anklicken für größere Version

Standort der ehemaligen Synagoge (c) 2004 Hahn

Gedenkstein Synagoge - anklicken für größere Version

Gedenkstein für die ehemalige Synagoge (c) 2004 Hahn

Gedenktafel Synagoge - anklicken für größere Version

Gedenktafel für die ehemalige Synagoge (c) 2004 Hahn

Literatur

  • Franz Gehrig: Hilsbach. Chronik der höchstgelegenen Stadt im Kraichgau. 1979 S.197 (zu 1691) Heimatbuch Östringen. Geschichte einer Stadt. 1982.
  • Jürgen Stude: Geschichte der Juden im Landkreis Karlsruhe. 1990.
  • Hefte "Linsabauch" des Heimatkundlichen Arbeitskreises Odenheim: in den Heften 3.6-11.19 aus den Jahren 1986-2000 finden sich Beiträge zur Geschichte der Juden in Odenheim von Kurt Fay, Eugen Krapp, Karl Mentel, Rainer Maurer.

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